In meinen Trainings für Führungskräfte erlebe ich häufig, welche Wirkung unsere Worte haben können. Und wie schnell wir mit einer unbedachten Formulierung Menschen entmutigen, obwohl wir eigentlich das Gegenteil erreichen möchten.
Ein Satz, den ich in diesem Zusammenhang besonders treffend finde, lautet:
„Worte kreieren Bilder. Bilder erzeugen Emotionen. Emotionen führen zu Handlungen.“
Und genau darum geht es für mich bei guter Führung. Denn mit unseren Worten können wir Menschen ermutigen, motivieren und ihnen Vertrauen schenken. Oder sie verunsichern und ausbremsen. Worte verändern Welten.
Wie wichtig positive Kommunikation ist, zeigt auch das sogenannte Losada-Verhältnis. In Untersuchungen erfolgreicher Teams wurde beobachtet, dass diese deutlich mehr positive als negative Äußerungen verwendeten. Häufig wird dabei ein Verhältnis von 3:1 genannt. Auch wenn diese konkrete Zahl wissenschaftlich umstritten ist, bleibt eine wichtige Erkenntnis: Eine wertschätzende Kommunikation kann nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch Vertrauen, Kreativität und die Leistungsfähigkeit im Team fördern.
Und damit meine ich keineswegs, dass wir Kritik vermeiden oder alles schönreden sollen. Im Gegenteil. Auch das Losada-Verhältnis sagt ja 3 zu 1 und nicht zu 0. Es geht darum, auch in schwierigen Situationen so zu kommunizieren, dass Zuversicht entsteht und der Blick auf Lösungen gerichtet bleibt.
Wie das gelingen kann? Hier meine 3 Impulse:
1. Die Kraft des kleinen Wortes „NOCH“
„Das können Sie nicht.“
Oder: „Das können Sie NOCH nicht.“
Merken Sie den Unterschied?
Mit nur einem Wort verändern wir die Perspektive. Aus einer scheinbar unveränderbaren Tatsache wird eine Entwicklungsmöglichkeit. Das kleine Wort „noch“ signalisiert: Ich traue Ihnen zu, dass Sie es lernen können
2. Streichen Sie „Ja, aber“ aus Ihrem Wortschatz
Wie häufig verwenden Sie in Gesprächen die Kombination „Ja, aber“?
„Ja, die Idee ist gut, aber dafür haben wir keine Zeit.“
Was bleibt bei Ihrem Gegenüber hängen? Vermutlich vor allem das, was nach dem „aber“ kommt.
Versuchen Sie es stattdessen mit „Ja, und gleichzeitig“.
„Ja, die Idee ist gut, und gleichzeitig müssen wir schauen, wie wir die zeitlichen Ressourcen dafür schaffen.“
So erkennen Sie die Idee an und benennen trotzdem die Herausforderung.
3. Stellen Sie Fragen, die Möglichkeiten eröffnen
Unsere Sprache beeinflusst auch die Richtung, in die wir denken.
„Warum hat das nicht funktioniert?“ lenkt den Blick auf den Fehler.
„Was können wir daraus lernen?“ öffnet den Raum für Entwicklung.
„Wer ist dafür verantwortlich?“ kann Rechtfertigungen auslösen.
„Was brauchen wir, damit es beim nächsten Mal besser funktioniert?“ lädt zur gemeinsamen Lösungsfindung ein.
Mein Tipp: Achten Sie in Ihrem nächsten Meeting einmal bewusst darauf, welche Fragen Sie stellen. Lenken Sie den Blick auf Probleme oder auf Möglichkeiten?
Vielleicht braucht es gar keine großen Veränderungen in unserer Kommunikation. Manchmal reicht schon ein einziges Wort, um eine andere Wirkung zu erzielen.
Probieren Sie es aus. Ich bin mir sicher, Sie werden überrascht sein.
