…denn auf dem Gegenteil lässt sich nichts aufbauen.“, so das Zitat vom „Die Zeit“ Chefredakteur Giovanni di Lorenzo in einem Podcast-Interview vom Dezember 2025. Und ich stimme diesem Zitat absolut zu.
Gerade in Zeiten, in denen Unsicherheit, weltweite Krisen und Dauerveränderung unseren Arbeitsalltag prägen, ist Zuversicht keine naive Haltung. Zuversicht bedeutet nicht, Schwierigkeiten zu ignorieren oder Probleme kleinzureden. Sie beschreibt vielmehr eine innere Haltung, die sagt: Auch wenn nicht alles klar ist – ich traue mir zu, mit dem umzugehen, was kommt. Diese Haltung ist für Mitarbeitende ebenso wichtig wie für Führungskräfte. Denn sie schafft Sicherheit, innere Ruhe und Handlungsfähigkeit.
Für Führungskräfte kommt dabei eine besondere Verantwortung hinzu: Ihre Haltung wirkt. Ob bewusst oder unbewusst – Zuversicht oder Zweifel übertragen sich auf das Team. Führungskräfte sind emotionale Taktgeber. Sie geben Orientierung, gerade dann, wenn diese im Außen fehlt.
Was kann dabei helfen, Zuversicht im Arbeitsalltag zu stärken? Lesen Sie hier drei Impulse, die für alle gelten – und deren Wirkung sich durch Führung besonders verstärkt:
1. Den Blick auf das Beeinflussbare richten
Nicht alles liegt in unserer Hand. Doch jeder Mensch – ob mit oder ohne Führungsverantwortung – hat Gestaltungsspielräume. Sich bewusst zu machen, was beeinflussbar ist, stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Ich persönlich finde den Circle of Influence von Stephen Covey hier eine großartige Hilfestellung. Einen Artikel dazu hatte ich schonmal veröffentlicht. Wenn Sie diesen lesen möchten, hier klicken
2. Erfolge bewusst wahrnehmen
In herausfordernden Zeiten rücken Probleme schnell in den Vordergrund. Umso wichtiger ist es, Erfolge – auch kleine – sichtbar zu machen. Was ist gelungen? Was haben wir bereits gemeistert? Führungskräfte, die diese Momente benennen und wertschätzen, fördern nicht nur Motivation, sondern auch kollektive Zuversicht im Team.
3. Austausch und Verbindung suchen
Zuversicht entsteht selten im Alleingang. Gespräche, ehrlicher Austausch und das Teilen von Gedanken entlasten und eröffnen neue Perspektiven. Führungskräfte haben hier eine Schlüsselrolle: Sie können Räume schaffen, in denen Unsicherheiten ausgesprochen werden dürfen – ohne Bewertung, aber mit dem Blick nach vorne.
Zuversicht beginnt immer bei uns selbst. Und sie entfaltet ihre größte Kraft dort, wo Menschen sich gegenseitig stärken. Wenn Führungskräfte diese Haltung vorleben, wird sie für Mitarbeitende erlebbar – und kann sich im gesamten Team ausbreiten.
